Zum Tode von Nils Christie

Mit großer Trauer erfuhren wir von Nils Christis plötzlichem Tod am 27. Mai.

Nils Christie (1928-2015). Foto: Apollon.

Nils Christie wurde am 24. Februar 1928 geboren. Nach dem Krieg war er eine Zeit lang Journalist bei der Tageszeitung Verdens Gang, die ihren Ursprung in der norwegischen Widerstandsbewegung Hjemmefronten hatte. Er wurde 1954 Doktorand und 1959 mit der Abhandlung Unge norske lovovertredere (Junge norwegische Gesetzesübertreter) zum Dr. philos promoviert. Nils Christie wurde ebenfalls in diesem Jahr Dozent und 1966 Professor in Kriminologie an der Universität Oslo.

In seiner Zeit als Professor an der Universität Oslo war er eine der wesentlichsten Akteure, das Fach Kriminologie in Norwegen und in den nordischen Ländern zu etablieren.

Er hat für seine Forschungsarbeiten sowohl national als auch international eine ganze Reihe von Preisen erhalten. Die Auszeichnung, die ihm selbst am meisten bedeutete, war die der Stiftung Fritt ord (2001).

Nils Christie war einer unserer wichtigsten Forscher auf dem Gebiet der Sozialforschung. Er publizierte 15 Bücher, die in mehr als 20 Sprachen übersetzt wurden. Nils Christie war in den mehr als fünfzig Jahren seines Wirkens nicht nur ein zentraler Akteur in der Kriminologie, sondern auch eine aktive und einflussreiche Stimme im öffentlichen Diskurs.

Wir werden ihn sehr vermissen als Kollegen, Freund, Gesprächspartner und Mitmenschen.
 

By Heidi Mork Lomell, Leiterin des Institutes für Kriminologie und Rechtssoziologie.
Published May 29, 2015 12:47 PM